Unerwartete UBS-SMS mit Aktivierungscode: Steckt ein TWINT-Betrug dahinter?

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Das Wichtigste in Kürze

  • In der Schweiz werden derzeit massenhaft SMS mit UBS-Aktivierungscodes verschickt, obwohl die Empfänger selbst keine Registrierung vorgenommen haben.
  • Hintergrund sind offenbar unbestätigte TWINT-Registrierungen. Ob und wie die Täter diese für einen Betrug nutzen wollen, ist noch unklar.
  • Geben Sie unerwartet erhaltene Aktivierungs- oder Sicherheitscodes niemals an Dritte weiter, auch nicht an angebliche Bankmitarbeitende.

Ein SMS mit einem Aktivierungscode, obwohl man selbst gar nichts veranlasst hat? Genau solche Nachrichten werden derzeit in der Schweiz massenhaft im Namen der UBS verschickt. Dahinter könnte eine neue Betrugsmasche im Zusammenhang mit TWINT stecken. Besonders wichtig: Auch Kundinnen und Kunden anderer Banken können betroffen sein.

So funktioniert die mögliche Betrugsmasche

Zahlreiche Personen erhalten aktuell SMS-Nachrichten mit einem UBS-Aktivierungscode. Anders als bei klassischen Phishing-Nachrichten enthalten diese SMS keinen verdächtigen Link und fordern zunächst auch nicht zur Eingabe persönlicher Daten auf. Nach Angaben der UBS werden die Nachrichten ausgelöst, weil Unbekannte massenhaft TWINT-Konten erstellen, deren Registrierung noch nicht abgeschlossen ist. Vermutlich verfügen die Täter zunächst lediglich über die Telefonnummern der betroffenen Personen.

Wie die Betrugsmasche genau weitergeht, ist derzeit noch unklar. Denkbar ist jedoch, dass die Kriminellen in einem zweiten Schritt telefonisch Kontakt aufnehmen und sich beispielsweise als Bankmitarbeitende ausgeben. Unter einem erfundenen Vorwand könnten sie versuchen, die Empfänger zur Weitergabe des erhaltenen Aktivierungscodes zu bewegen. Mit diesem Code könnten die Täter versuchen, die zuvor angelegte TWINT-Registrierung abzuschliessen. Ob und in welchem Umfang dadurch ein finanzieller Schaden entstehen kann, ist bislang nicht abschliessend geklärt.

Die Vorfälle zeigen, dass auch scheinbar harmlose SMS ohne Link Teil eines mehrstufigen Betrugsversuchs sein können. Besonders kritisch sind unerwartete Sicherheitscodes, die nicht durch eine eigene Anmeldung oder Registrierung ausgelöst wurden.

«Auch ein SMS ohne verdächtigen Link kann Teil eines Betrugsversuchs sein. Entscheidend ist, dass Aktivierungs- und Sicherheitscodes niemals an Dritte weitergegeben werden. Wer einen Code erhält, ohne selbst etwas ausgelöst zu haben, sollte besonders aufmerksam sein.»

 

Martin Tschirky, Sicherheitsbeauftragter, Bank BSU

So schützen Sie sich wirksam:

  • Ignorieren Sie unerwartete SMS oder Messenger-Nachrichten mit Aktivierungscodes, die Sie nicht selbst angefordert haben.
  • Geben Sie niemals Aktivierungscodes, TAN-Codes, PIN-Codes oder andere vertrauliche Informationen per Telefon oder Nachricht weiter.
  • Seien Sie besonders misstrauisch, wenn angebliche Bankmitarbeitende Sie kontaktieren und nach einem erhaltenen Sicherheitscode fragen.
  • Informieren Sie uns bei verdächtigen Transaktionen oder Anzeichen eines Kontomissbrauchs unverzüglich.

Fazit: Nicht jede betrügerische Nachricht enthält einen verdächtigen Link oder eine direkte Zahlungsaufforderung. Kriminelle gehen zunehmend in mehreren Schritten vor und versuchen, durch gezielte Kontaktaufnahmen an vertrauliche Informationen zu gelangen. Ein unerwarteter Aktivierungscode sollte deshalb stets kritisch hinterfragt werden, auch wenn die Nachricht auf den ersten Blick seriös erscheint.

Quelle: Hochschule Luzern − Informatik

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