Ricardo-Betrug: Manipulierte Versandetiketten bringen Verkäufer in Schwierigkeiten

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Das Wichtigste in Kürze

  • Betrüger nutzen manipulierte Versandetiketten und gefälschte Zahlungsbestätigungen, um Verkäufer zu täuschen.
  • Lassen Sie sich nicht unter Zeitdruck setzen, und überprüfen Sie den Zahlungseingang immer selbst.
  • Verwenden Sie ausschliesslich eigene Versandetiketten, und kontrollieren Sie den Versand eigenständig.

Beim Verkauf über Online-Marktplätze ist Vorsicht geboten. Kriminelle entwickeln ihre Betrugsmaschen laufend weiter und nutzen inzwischen auch manipulierte Versandetiketten oder gefälschte Zahlungsbestätigungen. Ein aktueller Fall zeigt, wie Verkäufer trotz korrektem Versand plötzlich unter Betrugsverdacht geraten können.

So funktioniert die Betrugsmasche

Ein Verkäufer inserierte ein gebrauchtes Tablet auf Ricardo.ch und fand rasch eine Käuferin. Kurz nach dem Verkauf setzte diese ihn unter Druck und verlangte einen möglichst schnellen Versand. Gleichzeitig stellte sie ihm eine bereits vorbereitete Versandetikette zur Verfügung und schickte eine vermeintliche Zahlungsbestätigung.

Der Verkäufer wurde misstrauisch und recherchierte den Fall. Dabei stellte sich heraus, dass Betrüger manipulierte Versandetiketten oder falsche Absenderangaben verwenden können. Dadurch lässt sich später behaupten, die Ware sei nie angekommen oder an eine andere Adresse versendet worden.

Hinzu kommt, dass gefälschte Zahlungsbestätigungen oder Screenshots eines angeblichen Zahlungseingangs häufig täuschend echt aussehen. Wer sich ausschliesslich auf solche Nachweise verlässt und die Ware versendet, riskiert finanzielle Verluste.

Die Betrugsmasche ist derzeit noch wenig bekannt. Umso wichtiger ist es, beim Online-Verkauf aufmerksam zu bleiben und den tatsächlichen Zahlungseingang immer selbst im E-Banking oder in der TWINT-App zu überprüfen.

«Wer online etwas verkauft, freut sich verständlicherweise über einen schnellen Abschluss. Genau dieses Vertrauen und die Eile nutzen Betrüger gezielt aus. Prüfen Sie deshalb den Zahlungseingang immer selbst, und behalten Sie den Versand in den eigenen Händen.»

 

Renato Peterhans, Leiter Vertrieb, Bank BSU

So schützen Sie sich wirksam:

  • Verlassen Sie sich nicht auf Screenshots oder zugesandte Zahlungsbestätigungen – prüfen Sie den Zahlungseingang immer direkt im E-Banking oder in Ihrer TWINT-App.
  • Verwenden Sie keine vom Käufer bereitgestellten Versandetiketten, und erstellen Sie den Versand selbst.
  • Geben Sie niemals Kreditkarten-, E-Banking- oder TWINT-Zugangsdaten bekannt, um einen Verkauf abzuschliessen.
  • Lassen Sie sich von Drohungen oder Zeitdruck nicht zu überstürzten Entscheidungen verleiten.
  • Kommunizieren Sie möglichst über die offiziellen Nachrichtenfunktionen der Verkaufsplattform.

Fazit: Beim Online-Verkauf sollten Sie sich nicht unter Druck setzen lassen. Vertrauen Sie weder Screenshots noch von Käufern bereitgestellten Versandetiketten. Wer Zahlungen selbst überprüft und den Versand eigenständig organisiert, reduziert das Risiko, Opfer eines solchen Betrugsversuchs zu werden.

Quelle: Hochschule Luzern − Informatik

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