Konto innert Minuten leer: Betrugsmasche über Ricardo und Kleinanzeigen
Das Wichtigste in Kürze
- Betrüger locken Verkäuferinnen und Verkäufer auf gefälschte Zahlungsseiten und stehlen dort sensible Daten.
- Mit erbeuteten Zugangsdaten und Bestätigungen können innert kurzer Zeit hohe Geldbeträge abfliessen.
- Nutzen Sie für die Kommunikation und Zahlungsabwicklung ausschliesslich die offiziellen Funktionen der Plattform.
Der Verkauf eines Artikels auf einer Kleinanzeigenplattform kann teuer enden: Aktuell warnen Experten vor einer Phishing-Masche, bei der Betrüger gefälschte Zahlungsabwicklungen nutzen, um an sensible Daten zu gelangen. In einzelnen Fällen wurden innert kürzester Zeit hohe Geldbeträge von den Konti der Betroffenen ins Ausland überwiesen.
So funktioniert die Betrugsmasche
Die Täter nehmen Kontakt zu Verkäuferinnen und Verkäufern auf und geben vor, einen Artikel kaufen zu wollen. Anschliessend erhalten die Betroffenen einen Link zu einer vermeintlichen Zahlungsabwicklung. Die Webseite sieht oft seriös aus und imitiert bekannte Plattformen oder Zahlungsdienste.
Wer seine Kreditkarten-, E-Banking- oder Zugangsdaten eingibt, liefert diese direkt an die Betrüger. Besonders gefährlich wird es, wenn zusätzlich Bestätigungen auf dem Smartphone freigegeben oder Sicherheitscodes weitergegeben werden. So können Kriminelle auf Konti zugreifen und Überweisungen auslösen.
Neben gefälschten Webseiten setzen die Täter zunehmend auch auf Messenger-Dienste wie WhatsApp oder SMS. Dort werden beispielsweise ZIP-Dateien oder Links verschickt, die angebliche Zahlungsinformationen enthalten. Dahinter können sich Schadprogramme verbergen, welche Passwörter, Kreditkartendaten oder andere sensible Informationen ausspähen.
«Wer online etwas verkauft, erwartet eine Zahlung – nicht den Verlust seines Ersparten. Gerade deshalb ist es wichtig, bei Links, QR-Codes und unerwarteten Zahlungsaufforderungen besonders aufmerksam zu sein.»
Renato Peterhans, Leiter Vertrieb, Bank BSU
So schützen Sie sich wirksam:
- Seien Sie besonders vorsichtig, wenn Käufer oder Verkäufer die Kommunikation auf externe Kanäle wie WhatsApp, SMS oder E-Mail verlagern möchten.
- Nutzen Sie nach Möglichkeit ausschliesslich die offiziellen Nachrichtenfunktionen der jeweiligen Plattform.
- Geben Sie niemals Zugangsdaten, Kreditkarteninformationen oder Sicherheitscodes auf Webseiten ein, die Sie über einen Link erhalten haben.
- Prüfen Sie Zahlungsbestätigungen und Kontoauszüge regelmässig.
- Hinterfragen Sie unerwartete Nachrichten kritisch – insbesondere dann, wenn Zeitdruck aufgebaut wird.
Fazit: Betrügerische Kleinanzeigen und gefälschte Zahlungsabwicklungen gehören derzeit zu den häufigsten Online-Betrugsformen. Wer aufmerksam bleibt, ausschliesslich offizielle Plattformen nutzt und keine sensiblen Daten über unbekannte Links eingibt, kann das Risiko deutlich reduzieren.
Quelle: Hochschule Luzern − Informatik